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Langstrasse möchte UNESCO Weltkulturerbe werden
Menschen und Kultur
Die Betreiberin der Olé-Olé-Bar sammelt Unterschriften, damit die Stadt Zürich die Langstrasse als Kandidatin für das Unesco-Label vorschlägt.

Die Berner Altstadt ist es, der Stiftsbezirk in St. Gallen auch – und die Zürcher Langstrasse soll es werden: UNESCO-Weltkulturerbe. Diese Idee kommt von Elena Nierlich, der Betreiberin der Olé-Olé-Bar an der Langstrasse. Die Partymeile soll sich in die Liste der Natur- und Kulturgüter von aussergewöhnlichem universellem Wert einreihen.
Meine Meinung dazu
Es braucht genau 23 Klicks, um zu sehen, dass dieser Ort die Ehre, zum UNESCO-Weltkulturerbe dazuzugehören, definitiv nicht verdient hat, auch wenn sich ein Teil der Langstrasse ins Gute gewandelt hat. Denn nach diesen 23 Klicks, abgesehen von den Berichten darüber, dass dies verlangt wird, sieht man nur: Frau verletzt, Prostitution, Stichwaffenangriff, illegales Glücksspiel, Mann mit K.O.-Tropfen betäubt, um 50'000 Franken bestohlen und hoher Drogenkonsum. Ich möchte erwähnen, dass diese Schlagzeilen kein Einzelfall sind – sie sind der Alltag an der Langstrasse.
Elena Nierlich sagt, dass die Langstrasse der einzige Ort ist, wo Zürich wirklich großstädtisch ist. Als kultureller Treffpunkt Zürichs stehe die Langstrasse für eine andere Schweiz – abseits von Bergen, Banken und Schoggi. «Die Langstrasse ist wie ein Kinder Überraschungsei. Man findet hier alles und jeden – und das ist schützenswert», sagt die Barbetreiberin.
Das ist kein Ort, den man schützen sollte, sondern ein Ort, an dem man die Menschen schützen müsste.
Das UNESCO-Weltkulturerbe ist für besondere Orte gedacht, die die Welt bereichern – wie die Altstadt von Bern, die Pont du Gard, die so schon seit Ewigkeiten existiert oder das Kolosseum in Rom. Die Langstrasse gehört definitiv nicht in diese Liste. Man muss aber sagen, dass sich der obere Teil in den letzten Jahren sehr gewandelt hat.
Anstatt ihr einen Titel zu geben, den sie nicht verdient, sollte man lieber dafür sorgen, dass die Menschen dort sicher leben können.